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Leadership Rocks – Premiere des neuen Führungsformats des Marketing Club Frankfurt

„Führung klingt heute anders.“ Mit dieser Leitidee startete die Premiere von Leadership Rocks, dem neuen Eventformat des Marketing Club Frankfurt. Rund 100 Gäste aus Marketing, Kommunikation, HR und Führung erlebten eine rasante Mittagspause, die deutlich machte: KI verändert zwar das Wie der Arbeit – aber die Zukunft der Führung bleibt zutiefst menschlich. Im Mittelpunkt der von unserem Vorstand Thomas Graf moderierten Veranstaltung standen vier Expert:innen, die aus ihren jeweiligen Blickwinkeln ein gemeinsames Bild zeichneten: Erfolgreiche Führung in Marketing und Kommunikation entsteht heute dort, wo Technologie klug genutzt, psychologische Sicherheit bewusst gestaltet und Identität konsequent gestärkt wird.

Zentrale Erkenntnisse der Speaker

KI verändert Zusammenarbeit – aber Vertrauen bleibt der Erfolgsfaktor

Prof. Rolf van Dick (Professor für Sozialpsychologie, Goethe-Universität Frankfurt) zeigte auf, dass Teams technologischen Wandel nur dann erfolgreich bewältigen, wenn psychologische Sicherheit aktiv hergestellt wird.
Seine zentrale Botschaft: „KI kann Vertrauen stärken – aber nur, wenn Führungskräfte Orientierung geben, transparent kommunizieren und klar machen, wofür die Technologie eingesetzt wird.“

Er präsentierte erste Ergebnisse seiner aktuellen Forschung zu „KI & Vertrauen“:
• Teams akzeptieren KI eher, wenn sie ihre Funktionsweise verstehen.
• Vertrauen in Führungspersonen bleibt entscheidender als Vertrauen in Technologien.
• Identifikation („Wir-Gefühl“) schützt vor Überforderung und Fragmentierung.

Die Leader von morgen brauchen Lernagilität – nicht Perfektion

Silvia Eggenweiler (Partnerin, Heidrick & Struggles — Leadership Advisory & Executive Search) machte deutlich, dass sich die Anforderungen im Executive Search drastisch verschieben: „Unternehmen suchen keine perfekten Lebensläufe, sondern Menschen, die schnell lernen, Verantwortung teilen und Komplexität aushalten können.“

Ihre Einschätzungen:
• Lernagilität und Selbstreflexion sind 2025 die wichtigsten Führungskompetenzen.
• KI-Kompetenz ist Pflicht – aber nicht als Technik-Know-how, sondern als Haltung („Wie gehe ich mit neuen Tools, Tempo und Transparenz um?“).
• Werte und Teamfähigkeit werden wieder zu harten Auswahlkriterien.
• Führungskräfte, die Kontrolle als Stärke sehen, verlieren zunehmend an Attraktivität.

Mutige Menschlichkeit trotz Regulierung – Leadership im realen Wandel

Mihaela Ionita (Head of HR, ING Deutschland) zeigte aus HR-Perspektive, wie Führung in hoch regulierten Branchen gelingt. Ihre Kernaussage: „Selbst in einem Umfeld, in dem Fehler kaum erlaubt sind, können wir psychologische Sicherheit schaffen – durch Klarheit, Fairness und echten Dialog.“

Ihr Beitrag setzte wichtige Impulse:
• Komplexität lässt sich nur über klare Prioritäten und konsequente Kommunikation führen.
• Führung muss heute mehr moderieren als anweisen.
• Entwicklungs- und Lernkulturen sind kein „HR-Projekt“, sondern strategisch entscheidend.
• Mitarbeitende wollen Orientierung – keine perfekten Antworten.
• Was kreative Branchen von regulierten lernen können: Balance, Klarheit, Priorisierung – und dass Wandel nicht lähmen darf.

Marke, Identität und KI – Eintracht Frankfurt als Praxislabor


Jan-Martin Strasheim
(Direktor Kommunikation und Marke, Eintracht Frankfurt AG) zeigte sehr konkret, wie Eintracht Frankfurt KI in Kreativprozesse integriert – ohne die Identität zu verlieren. „KI erweitert Kreativität – aber sie ersetzt keine Haltung. Eine starke Marke gibt Orientierung, gerade dann, wenn alles schneller wird.“

Seine Einblicke:
• KI unterstützt Analyse und Automatisierung, aber der Kern der Marke bleibt menschlich.
• Die größte Gefahr: Austauschbarkeit.
• Die größte Chance: Geschwindigkeit dort erhöhen, wo sie keinen kulturellen Preis hat.
• Kreativität braucht psychologische Sicherheit, auch im Hochdruckbetrieb Bundesliga.
• Teams brauchen Stabilität brauchen, wenn sie unter öffentlicher Dauerbeobachtung arbeiten.

Die 6 wichtigsten Erkenntnisse der Diskussion

1. Führung wird menschlicher, nicht technischer. KI nimmt Arbeit ab, aber sie verlangt Klarheit, Orientierung und Haltung.
2. Psychologische Sicherheit ist der Performance-Booster. Ohne Sicherheit entsteht keine Innovation – weder in Banken noch im Bundesliga-Club.
3. Lernagilität schlägt Perfektion. Die Leader der Zukunft sind schnell lernende Navigierende, nicht allwissende Entscheider.
4. Identität ist der Anker in unsicheren Zeiten. Marken geben Richtung – intern wie extern.
5. Kreativität braucht Grenzen und Freiräume zugleich. Erfolgreiche Teams kennen ihren Rahmen, aber haben innerhalb dieses Rahmens Bewegungsspielraum.
6. Transformation ist kein einmaliges Projekt. Sie ist ein Führungsstil – geprägt von Kommunikation, Empathie und Mut.

Die Auftaktveranstaltung hat gezeigt, wie groß der Bedarf an Orientierung, Austausch und echter Führungskompetenz ist. KI, Tempo und neue Rollen verändern die Arbeitswelt – doch die Antworten liegen nicht ausschließlich in Technologie, sondern im Zusammenspiel von Menschlichkeit, Mut, Identität und kluger Nutzung neuer Tools. Leadership ist heute keine Position, sondern eine Praxis. Und genau diese Praxis hat Leadership Rocks sichtbar gemacht.

Vielen Dank an unseren Moderator Thomas Graf und an den Location-Sponsor SPARK Frankfurt

Die nächste Ausgabe ist bereits in Planung.

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