REVIEW: Zu Besuch bei Sinn Spezialuhren zu Frankfurt am Main
Simone Richter, Geschäftsführerin Markt und Kunde, hat uns Einblicke in die Uhrenindustrie und die Strategie von Sinn gewährt. Auch eine Besichtigung der Produktion zählte zu den Highlights des Tages.
JJ Viau, Teilnehmer des Nachmittags, beschreibt es so:
Meine wichtigsten Learnings aus dem Besuch:
- Die Marke hat ein sehr stabiles Fundament, mit ikonischen Gründern und einer Ästhetik, die sie zu 100 % verkörpern: Uhren sind keine Schmuckstücke, sondern Instrumente, die auch unter härtesten Bedingungen ihren Dienst tadellos erfüllen. Dafür nutzt Sinn die Erfahrung extremer Nutzer – Astronauten, Tiefseetaucher, Feuerwehrleute, Spezialkräfte der Armee, Notfallärzte – um zuverlässige Instrumente zu entwickeln, die anschließend einer breiteren Zielgruppe angeboten werden.
- Teil des Markenmythos ist auch, dass „die Produkte für sich selbst sprechen sollen“. Informationen über Produkteigenschaften und Technik spielen die Hauptrolle bei der Kundenkonversion – in einem solchen Ausmaß, dass man fast behaupten könnte, Sinn betreibe kein Marketing. Auch wenn das eine kreative Übertreibung ist: Bemerkenswert ist, wie Sinn die 1:1-Beziehung zu ihren Kunden pflegt – sowohl on- als auch offline, etwa durch den Versand eines jährlichen Katalogbuchs (die Ausgabe 2026 umfasst 300 Seiten!) oder durch die Bedeutung, die Kundenbesuchen beigemessen wird.
- Die Wertschöpfung entsteht nicht durch die Produktion eigener Uhrwerke, sondern durch deren Veredelung sowie die der Gehäuse für härteste Einsatzbedingungen. Nichtsdestotrotz beschäftigt Sinn Uhrmacher, die im Haus ausgebildet werden – viele davon Frauen. Damit ist Sinn ein wichtiger Arbeitgeber für Uhrmacher, die nicht in der Schweiz oder in Sachsen arbeiten möchten. Bei Sinn gibt es keine Atomisierung der Arbeit in kleine, repetitive Arbeitsschritte – ein Mitarbeiter ist für eine ganze Uhr verantwortlich. Übrigens kann jeder Mitarbeiter zwischen Produktion und Kundendienst als Karriereweg wählen: Beide Tätigkeiten erfordern die gleichen Skills.
Vielen Dank an Sinn, Simone Richter sowie Volker Wiegmann, Marco Fenn und Sabine Kleiter für die Gastfreundschaft.
Fotos: Grossaufnahmen, Axel Groß































