Marketing Barometer Oktober 2009

Es klart weiter auf! Marketing-Branche wieder optimistischer

Auftraggeber zuversichtlicher als Auftragnehmer / Frage des Monats: Klassisches Marketing weiter klar vor Social Media Marketing

 

Das Marketing Barometer des Marketing Club Frankfurt zeigt weiterhin einen Aufwärtstrend. Noch etwas stärker als im Vormonat scheint sich die Stimmung unter den Marketing-Entscheidern aufzuklaren. Nach einem Luftdruck von 7 im September verbessert sich der Oktober sogar auf 23. Erstaunlich ist, dass besonders die Auftraggeber optimistischer sind als die Auftragnehmer. Im Vormonat war dies umgekehrt.

"In der Regel geben Auftraggeber deutlich seltener eine pessimistische Einschätzung ab, als die Auftragnehmer, deren Urteile heterogener sind. Hieraus ergeben sich hoffentlich nachhaltige Impulse für unsere gesamte Branche", interpretiert Marktforscher Dr. Ottmar Franzen die aktuellen Indexwerte. Gefragt wurde nach der aktuellen Geschäftslage, den Erwartungen bei den Marketing-Budgets und der künftigen Geschäftsentwicklung.

Die "Frage des Monats" nach der Rolle des Social Media Marketing (SMM) im Vergleich zu konventionellen Marketing-Instrumentarien ergab ein sehr klares Votum (91%) zugunsten des klassischen Marketing-Mix. Dennoch sieht die Mehrheit im SMM eine sinnvolle Ergänzung. 

Ausführliche Informationen zum Marketing Barometer gibt es bei: HORIZONT.

Fachliche Beratung und Konzeption: Dr. Ottmar Franzen, Konzept & Markt GmbH.

Das letzte Marketing Barometer finden Sie im Archiv.

 


Detailauswertung mit Auftraggeber- und Auftragnehmer-Index

Marketing Barometer Oktober 2009 Frage des Monats Antwort Prozent
Gesamt-Index 23 Alle Befragten JA
NEIN
9%
91%
Auftraggeber-Index 25 Auftraggeber JA
NEIN
12%
88%
Auftragnehmer-Index 21 Auftragnehmer JA
NEIN
8%
92%

Hier die Werte im Einzelnen:

Auftragnehmer:

Wie beurteilen Sie die derzeitige Geschäftslage in Ihrem Unternehmen?
gut 34%
befriedigend 48%
schlecht 18%

Wie schätzen Sie Ihre Erwartungen hinsichtlich der Marketing-Budgets bei Ihren
Auftraggebern ein?

gut 18%
befriedigend 64%
schlecht 18%

Wie schätzen Sie die zukünftige Geschäftsentwicklung
Ihres Unternehmens ein?

gut 51%
befriedigend 45%
schlecht 4%

Auftraggeber:

Wie beurteilen Sie die derzeitige Geschäftslage in Ihrem Unternehmen?
gut 21%
befriedigend 73%
schlecht 6%

Wie schätzen Sie Ihre Erwartungen hinsichtlich der 
Marketing-Budgets in Ihrem Unternehmen ein?

gut 9%
befriedigend 58%
schlecht 15%

Wie schätzen Sie die zukünftige Geschäftsentwicklung
Ihres Unternehmens ein?

gut 48%
befriedigend 52%
schlecht 0%

 


Frage des Monats

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. sind in aller Munde. Löst Social Media Marketing das klassische Marketing ab?

Ausgewählte Antworten der Marketing-Experten:

"An Ablösungsszenarien glaube ich nicht. Die klassischen Maßnahmen werden aber an Impact verlieren. Social Media wird definitiv die Art verändern, wie wir Unternehmen mit der Öffentlichkeit kommunizieren. Entweder wir verstehen das oder verlieren an Einfluss."

"Um es differenzierter zu sagen: Marketing 2.0 wird das klassische Marketing im Internet ablösen, weil es den medialen Kommunikationsbedingungen dieser Plattform ebenso besser entspricht, wie den Erwartungen der Nutzer."

"Löst nicht ab, qualifiziert, fokussiert klassisches Marketing."

Tobias Kirchhofer, Geschäftsführer, BlueMars

"Die Zielgruppe ist zwar riesig aber die Rezeption passiert eher zufällig. Manche Zielgruppen sind über Social Media überhaupt nicht direkt ansprechbar. Allerdings bieten Social Media eine sehr gute Plattform / Ergänzung und beeinflussen u.U. das Image von Produkten und Marken erheblich! Relevante Angebote sollten dieses modernen Kommunikationsmöglichkeiten in ihren Marketing-Mix unbedingt einbinden."

"Social Media Marketing erreicht nur einen - noch immer relativ kleinen - Teil der Zielgruppen. Bis es klassische Massenmedien wie das Fernsehen beispielsweise ablöst, wird noch Zeit vergehen."

"Es macht mehr Spass und bindet mehr ein - wenn es gut gemacht ist :)"

"Social Media Marketing wird weiter an Bedeutung zunehmen - vielleicht sogar das bedeutendste Tool werden - aber nicht das klassische Marketing komplett verdrängen. Schwarz-Weiß gibt es aus meiner Sicht nicht. Die Welt wird um eine spannende Facette reicher und differenzierter. Das geschickte Spiel ist die Kunst dabei."

Carmen Abraham, pers. haftende Gesellschafterin, talentwaerts kg

"Nein. Weil es ergänzend arbeitet und nicht alleinstehend. Wer aus der Praxis heraus denkt, kann dies schnell nachvollziehen. Wir sollten uns von dem Begriff 'klassisches' Marketing verabschieden. Marketeers wie Medien tun sich unnötig schwer Botschaften/Inhalte in den Vorgergrund zu stellen und nicht das 'Träger'-Medium oder die 'klassische' Theorie. Silos gehören der Vergangenheit an - ob als Medium oder im Denken."

Beate Hofmann, Gesellschafterin, Strategiesalon GmbH

"Das klassische Marketing bleibt. Twitter & Co. sind ad ons."

"Der Fernseher verstaubt. Der Computer raucht. Ein Bild das in nicht so weiter Ferne liegt."

Werner Bittner, Managing Director, zero eins GmbH

"Der Kultstatus von Innovationen im Internet hat viel damit zu tun, dass sie nicht kommerziell oder gezielt gesteuert werden. Die genannten Plattformen werden bei fortschreitender Eroberung durch kommerzielle Inhalte bei vielen Zielgruppen wieder "out" sein."

Simone Schwab, Geschäftsführerin, Media Frankfurt GmbH (Fraport-Konzern)

"Keine hohe Relevanz für Werbezielgruppen."

Mario Suchert, Sales Director, Gruner + Jahr AG & Co. KG

"Die Pflege von Facebook, Twitter & Co. verlangt einen ernormen Zeitaufwand, den Online-codierte Jugendliche und Menschen mit Zeitbudget sicherlich gerne aufbringen. Ob dies aber Entscheider in der Wirtschaft sind, bezweifle ich. Das klassische Marketing liefert zudem Informationen, die nicht erst gesucht werden müssen, und bedient den optischen Eingangskanal des Menschen besser. Und Optik bleibt im Gedächtnis."

Katharina Starlay, Corporate Imageberaterin + Modedesignerin, Starlay Corporate Couture

"Soziale Netzwerke werden sich als ein weiterer Kanal in der Kommunikation etablieren und wichtige One-to-One Kommunikationsaufgaben übernehmen. Das klassische Marketing wird weitrhin seine Bedeutung behalten, da die sozialen Netzweke ein ganz selbstverständlicher und etablierter Bestandteil des Marketing werden wird."

Ralf Strehlau, Geschäftsführender Gesellschafter, ANXO MANAGEMENT CONSULTING GmbH

"Es ist eine Genrationenfrage. Bei den Älteren nein, bei den Jüngeren teilweise."

Ulf Henning, Executive Director, Accenture GmbH

"Social Media Marketing kann das klassische Marketing sehr gut ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Integrierte Kommunikation schließt alle Kommunikationselemente und somit auch Social Media ein."

"Das klassische Marketing gibt es doch schon lange nicht mehr. Multiinstrumental muss man heute schon denken, wenn man den direkten Weg zu den Zielgruppen finden will. Social Media ersetzt nicht, sondern ergänzt das Repertoire des Marketings um eine sehr intelligente Form der Ansprache. Wer einmal eintaucht in die virale/virtuelle Welt versteht, welche Kraft in der vernetzten Welt steckt. Face-to-Face und Mouth-to-Mouth sind nur eindimensional - auf Twitter hört die Welt zu."

Claudio Montanini, Geschäftsführer, PSM&W Kommunikation GmbH

"Marketing findet heute auf verschiedenen Kanälen statt. Social Media Marketing ist relevanter und zielgerichteter. Streuverluste lassen sich besser minimieren."

Markus O. Huber, Leiter Innovation und neue Geschäftsfelder, Rhein-Main Verkehrsverbund GmbH

"Social Media hat einen hohen Stellenwert und wird diesen weiter ausbauen. Allerdings wird es ein weiterer Kanal sein, der klassisches Marketing zwar stark (positiv) beeinflussen, es aber nicht ersetzen wird."

Michael Meckel, Geschäftsführer, Trifels Verlag GmbH

"Weil es sich um eine neue Kommunikationsart handelt, die über neue Wege stattfindet. Marketing und Kommunikation bleiben erhalten, die Anforderungen ändern sich - an Personen und an Art und Umgang mit den Stakeholdern."

Dipl.-Kfm. Ramona Qualitz, Senior Online Manager, T-Systems International GmbH

"Mit zeitgemäßen Online-Werkzeugen erreiche ich Zielgruppen auf den Punkt, wie es klassisch kaum geht. Social Media erzwingt ein Zusammenwachsen von Kommunikations- und Marketing-Funktionen aus den "Kompetenz-Silos" heraus in integrierte Kommunikation."

Kai Hattendorf, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation, Messe Frankfurt GmbH

"Das sind Modeerscheinungen, die zwei, drei Jahre funktionieren und dann durch den nächsten Hype abgelöst werden - siehe StudiVz."

Thordem Scharfschwerdt, Manager Marketing Communication, Fidelity Worldwide Investment

"Für die jüngeren Generationen ist Facebook schon das Social Media Netzwerk schlechthin. Twitter ist momentan hip."

Christoph Fay, Leiter Konzern Hochschulmarketing, Deutsche Lufthansa AG

"Das eine kann das andere nicht ersetzen. Es ist also keine Frage des Entweder / Oder, sondern beide Werbeformen werden sich ergänzen."

Andreas Fellenz, Leitung Marketing, The Lorenz Bahlsen Snack-World

"Soziale Netzwerke sind mittelfristig sicher eine Ergänzung zum klassischen Marketing aber noch kein Substitut."

Markus Solmsdorff, Business Development Manager, Postbank P.O.S. Transact GmbH

"Nur mit crossmedialen Strategien kann Marketing erfolgreich sein."

Ulrich Schalt, Geschäftsführender Gesellschafter, Hoffmann Schalt & Cie. GmbH

"Die Community gewint an Macht, der Werbetreibende muss überzeugen statt zu überrumpeln. Aber ohne Marketing (mit einem intelligenten Plan) wird es auch in Zukunft keine Marken geben."

Martin Schitto, Geschäftsführer, Schitto Schmodde Werbung GmbH

"Es wird auch zukünftig eins von vielen Tools bleiben."

Hannemie Stitz-Krämer, Geschäftsführende Gesellschafterin, PUBLIC RELATIONS PARTNERS

"Kein dominanter Trend im B2B."

Dr. Rainer Kaps, Leiter Marketing & Unternehmensentw., SAG GmbH

"Ich denke, dies kann man nicht einfach bejahen oder verneinen, weil Social Media Marketing meiner Meinung nach in unterschiedlichen Kulturen mehr oder weniger erfolgreich sein kann. Desweiteren hängt es auch von den angepriesenen Produkten ab. Hier denke ich, dass im B2B Geschäft das klassiche Marketing die Oberhand behalten wird, während im B2C Bereich es eher umgekehrt ausschauen wird. Ich persönlich halte ein gesundes Mix aus klassischem und Social Media angebracht, aber in meinem Umfeld (B2B) wird das klassische Marketing zumindest in vielen Ländern Europas deutlich dominieren."

"Weil Twitter und Facebook nur Teilbereiche des relevanten Marketingmix abdecken können."

"Nutzungsgrad im Investitionsgütermarketing bei klein- und mittelständischen Unternehmen spielen bisher eine untergeordente Rolle. Der Zeitaufwand, die atomarisierten Informationsdienste alleine zu lesen zu strukturieren, auf den Punkt zu bringen, ist zu aufwändig. Simplizität, auch in der Kommunikation, muss anders aussehen."

Jan Friedrich, Leiter Produkt- und Interessentenmarketing SMB, Sage Software GmbH

Über das Frankfurter Marketing Barometer®:

Seit vielen Jahren dienen Indices zum Geschäftsklima der Bewertung der Konjunktur. Ihre Relevanz gewinnt insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten an Bedeutung.

Als Marktführer innerhalb des Deutschen Marketing-Verbands repräsentieren wir mit unseren knapp 1.000 Mitgliedern, darunter hochkarätige Marketing-Entscheider, Wirtschaftsführer und Multiplikatoren, unsere Branche.

Das Rhein-Main-Gebiet mit der „Marketing-Hauptstadt Frankfurt“ steht darüber hinaus für die wirtschaftsstärkste und international bestens vernetzte Dienstleistungsregion in Deutschland. Mit dem Frankfurter Marketing Barometer® ermittelt der Marketing Club Frankfurt einen Frühindikator für die wirtschaftlichen Erwartungen im Marketing. Marketiers nehmen wirtschaftliche Veränderungen besonders frühzeitig wahr: Beim drohenden Abschwung werden als erstes die Marketing-Budgets gekürzt, beim zarten Aufschwung florieren die Marketing-Investitionen – Marketiers sind Seismologen der Wirtschaft.

Die Idee besteht darin, die Marketingkonjunktur als Frühindikator wirtschaftlicher Prosperität zu deuten. Dabei unterscheiden wir zwischen Marketing-Auftraggebern und -Auftragnehmern. Zusätzlich zur Abfrage der Wirtschaftsstimmung bzw. -erwartung stellen wir eine aktuelle Frage zu einem Tagesthema. Als Medienpartner für die Veröffentlichung des Marketing Barometer konnten wir HORIZONT gewinnen, die das Thema auch redaktionell aufbereiten. Die Umfrage findet einmal im Monat online statt und dauert nicht länger als eine Minute.


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