Marketing Barometer November/Dezember 2009

Tendenz FReundlich: Geschäftsklima bessert sich weiter

Positiver Trend setzt sich fort / Frage des Monats: Einkauf und Marketing sind doch kein Dream-Team

 

Seit zwei Monaten hält der Aufwärtstrend beim Marketing Barometer des Marketing Club Frankfurt ungebrochen an. Der aktuelle Luftdruck liegt noch einmal drei Punkte höher als im Vormonat und kommt nun schon auf einen positiven Wert von 26. Alles deutet auf eine positive Tendenz hin, obwohl das Jahr zu Ende geht und damit für viele auch ein durchaus schwieriges Geschäftsjahr.

Allerdings beurteilten die Auftraggeber noch im Oktober die Lage optimistischer, nun sind die Auftragnehmer besser gestimmt. Dies mag damit zusammen hängen, dass die Marketingdienstleister im Frankfurter Umfeld stärker von der bundesweiten und der globalen Nachfrage profitieren. Die große Mehrzahl der befragten Unternehmen beurteilt die derzeitige Geschäftslage mit „gut" oder „befriedigend". Neu ist, dass knapp ein Zehntel der Auftraggeber die zukünftige Geschäftslage als „schlecht" einstuft. Dies sind Einzelfälle, die Mehrzahl der Befragten bewertet die zukünftige Lage jedoch positiv.

Eine klare Meinung vertreten die Teilnehmer bei der Frage des Monats: "Sollte der Einkauf Marketingleistungen einkaufen?" Nein, sagen 65 Prozent. Sowohl die Mehrheit der Auftraggeber (63 Prozent) als auch der Auftragnehmer (67 Prozent) wollen die "preisdrückenden" Einkaufskollegen nicht mit am Tisch haben, wenn es um Auswahl oder Vertragsgestaltung bei Marketingleistungen geht.

Ausführliche Informationen zum Marketing Barometer gibt es bei: HORIZONT.

Fachliche Beratung und Konzeption: Dr. Ottmar Franzen, Konzept & Markt GmbH.

Das letzte Marketing Barometer finden Sie im Archiv.

 


Detailauswertung mit Auftraggeber- und Auftragnehmer-Index

Marketing Barometer Nov./Dez. 2009 Frage des Monats Antwort Prozent
Gesamt-Index 26 Alle Befragten JA
NEIN
35%
65%
Auftraggeber-Index 22 Auftraggeber JA
NEIN
37%
63%
Auftragnehmer-Index 29 Auftragnehmer JA
NEIN
33%
67%

Hier die Werte im Einzelnen:

 

Total:

Wie beurteilen Sie die derzeitige Geschäftslage in Ihrem Unternehmen?
gut 41% befriedigend 48% schlecht 11%

Wie schätzen Sie Ihre Erwartungen hinsichtlich der Marketing-Budgets bei Ihren
Auftraggebern ein?

gut 20% befriedigend 60% schlecht 20%

Wie schätzen Sie die zukünftige Geschäftsentwicklung
Ihres Unternehmens ein?

gut 55% befriedigend 39% schlecht 6%

Auftragnehmer:

Wie beurteilen Sie die derzeitige Geschäftslage in Ihrem Unternehmen?
gut 44% befriedigend 41% schlecht 14%

Wie schätzen Sie Ihre Erwartungen hinsichtlich der Marketing-Budgets bei Ihren
Auftraggebern ein?

gut 22% befriedigend 59% schlecht 19%

Wie schätzen Sie die zukünftige Geschäftsentwicklung
Ihres Unternehmens ein?

gut 60% befriedigend 33% schlecht 6%

Auftraggeber:

Wie beurteilen Sie die derzeitige Geschäftslage in Ihrem Unternehmen?
gut 37% befriedigend 57% schlecht 7%

Wie schätzen Sie Ihre Erwartungen hinsichtlich der 
Marketing-Budgets in Ihrem Unternehmen ein?

gut 17% befriedigend 61% schlecht 22%

Wie schätzen Sie die zukünftige Geschäftsentwicklung
Ihres Unternehmens ein?

gut 48% befriedigend 46% schlecht 7%

 


Frage des Monats

Sollte der Einkauf Marketingleistungen einkaufen? Sind Marketing und Einkauf Gegner oder Dream-Team?

Ausgewählte Antworten der Marketing-Experten:

"Ja, wenn er einen Unterschied zwischen Schrauben und Menschen macht!"

Holger Lutz, MCF-Vorstand Marketing

"Nein. Aus eigener Erfahrung: Standardisierte Dienstleistung lässt sich standardisiert einkaufen, individuelle Dienstleistung bleibt individuell."

Ludwig Hoos, Inhaber, Ludwig Hoos Ideen & Produkte

"Ja, wenn auch abhängig vom jeweiligen Unternehmen. Nach meiner Erfahrung haben Einkäufer häufig nicht die Skills, um Marketingdienstleistungen einschätzen zu können und bewerten daher oft nur nach dem Preis. Das kann nicht immer zielführend sein."

Verena Hilss, Director Network Marketing, DPD Deutscher Paket Dienst GmbH & Co. KG

"Nein. Allein preisorientierte Sichtweisen, die Marketing, Kommunikation und auch Kreation auf eine Tüte Dübel herunterbrechen, können keine wirkliche Hilfe sein, den richtigen Dienstleister einzukaufen. Wir haben es leider einige Male erleben müssen, dass wir - bevor wir unsere Agentur präsentieren konnten - Preise beim Einkauf abgeben mussten. Als kleine Agentur waren wir damit meist im Rennen. Aber die Herangehensweise "erst Preisliste in die Black Box, dann mal sehen" war teilweise erbärmlich."

Lutz Thümmel, Inhaber, FACE 2 FACE COMMUNICATION

"Nein. Marketing und Einkauf sind für mich eher Gegner."

Cordelia von Gymnich, Bereichsleiterin Kommunikations- und Freizeitmessen, Messe Frankfurt Exhibition GmbH

"Marketingleistungen sind hoch emotionale Leistungen, ihr Erfolg nicht immer sofort ersichtlich, belegbar oder direkt zuordenbar. Einkäufer sind es gewohnt, in Ja oder Nein zu denken und zu handeln, im Marekting gibt es auch ein Dazwischen und Drumherum - und das ist auch gut so! Marketing muss frei sein, um keativ sein zu können."

Gunar Bergemann, Leiter Verkaufsförderung, MARITIM Hotel Gesellschaft mbH

"Nein. Kommunikation und Marketing sind mit Prototypen zu vergleichen. Einkäufer sind Spezialisten für Massen(ware). Bei der Kalkulation und Bewertung von Einzelstücken tut sich der Einkäufer erfahrungsgemäß eher schwer."

Martin Schitto, Geschäftsführer, Schitto Schmodde Werbung GmbH

"Nein, da der Einkauf leider viel zu oft mit standardisierten Prozessen die Leistungen respektive das Honorar bewertet. Das führt dazu, dass Ideen und Strategien genau wie Schrauben bewertet und eingekauft werden. Das ist kontraproduktiv und sinnlos."

Beate Hofmann, Gesellschafterin, Strategiesalon GmbH

"Nein. Das jeweilige Know-how sollte nicht vermengt werden."

Thomas Margraf-Angotti, Inhaber, tma pure werbeagentur | internetagentur

Über das Frankfurter Marketing Barometer®:

Seit vielen Jahren dienen Indices zum Geschäftsklima der Bewertung der Konjunktur. Ihre Relevanz gewinnt insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten an Bedeutung.

Als Marktführer innerhalb des Deutschen Marketing-Verbands repräsentieren wir mit unseren knapp 1.000 Mitgliedern, darunter hochkarätige Marketing-Entscheider, Wirtschaftsführer und Multiplikatoren, unsere Branche.

Das Rhein-Main-Gebiet mit der „Marketing-Hauptstadt Frankfurt“ steht darüber hinaus für die wirtschaftsstärkste und international bestens vernetzte Dienstleistungsregion in Deutschland. Mit dem Frankfurter Marketing Barometer® ermittelt der Marketing Club Frankfurt einen Frühindikator für die wirtschaftlichen Erwartungen im Marketing. Marketiers nehmen wirtschaftliche Veränderungen besonders frühzeitig wahr: Beim drohenden Abschwung werden als erstes die Marketing-Budgets gekürzt, beim zarten Aufschwung florieren die Marketing-Investitionen – Marketiers sind Seismologen der Wirtschaft.

Die Idee besteht darin, die Marketingkonjunktur als Frühindikator wirtschaftlicher Prosperität zu deuten. Dabei unterscheiden wir zwischen Marketing-Auftraggebern und -Auftragnehmern. Zusätzlich zur Abfrage der Wirtschaftsstimmung bzw. -erwartung stellen wir eine aktuelle Frage zu einem Tagesthema. Als Medienpartner für die Veröffentlichung des Marketing Barometer konnten wir HORIZONT gewinnen, die das Thema auch redaktionell aufbereiten. Die Umfrage findet einmal im Monat online statt und dauert nicht länger als eine Minute.


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